Gerhard Schöne gehört zu den ganz wenigen aus der Gilde ostdeutscher Liedermacher, deren Popularität die politischen Turbulenzen der 1990er Jahre ungebrochen überstanden hat.
25 neue Alben, die nach 1989 entstanden sind - sowie mehrere nicht nur sehr gut besuchte, sondern auch viel gelobte Programme beweisen, dass er sich kreativ neuen künstlerischen Herausforderungen stellt.
Bei Konzerttourneen füllt er nach wie vor große Räume und mancherorts Stadthallen. Als Botschafter für UNICEF und Sonderbotschafter der Initiative "Verbundnetz der Wärme" engagiert er sich häufig und medienfern, wo Hilfe gebraucht wird. Er wurde für sein Schaffen mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik (1992, 2003); mit dem Preis des Verbandes Deutscher Musikschulen (2002); mit dem Leopold-Medienpreis (1995) sowie mit dem Preis der Stiftung Bibel und Kultur (1998) ausgezeichnet.
Jahr für Jahr gibt Gerhard Schöne um 100 Konzerte. Früher nahm er sich in den ersten Monaten des Jahres für neue Lieder und Projekte eine Auszeit, jetzt, mit einer großen Familie, sind es vor allem die Nächte, die ihm dafür Muse bieten.
Seine Songs jedoch sind Lebensmittel geblieben, die es nicht im Konsum gab und die heute auch im Supermarkt fehlen.
Die erstaunlich, manchmal fast unheimlich stetige Produktion an neuen Songs hängt auch mit einer seiner Arbeitsmethoden zusammen, die er für sich entwickelt und kultiviert hat:
Er begeistert sich für konkrete Themen, steigt tief in diese hinab, sucht in der Breite nach Berührungspunkten und im Detail nach Reibungsflächen und lässt dann seine hierzulande kaum vergleichbare erzählerische Gabe in Texte und Lieder fließen.
Längst nicht alles, was er beginnt, führt dabei gleich oder irgendwann zu einer CD.
Manches bleibt ein Versuch und unveröffentlicht.
Aber sehr vieles ist dabei in den letzten Jahrzehnten entstanden: ob es die die deutschen Coverversionen in den "Fremde Federn", die "Lieder der Fotografen" zu schwarz-weiß Fotografien, "Das Leben der Dinge", "Der Engel, der die Träume macht", ein Hörbuch "Wenn Franticek niest" mit Geschichten zu Bildern seines Sohnes oder mit Orgel und Saxophon arrangierte Lieder "Ich öffne die Tür weit am Abend" waren.
Schöne ist ein Meister der leisen Töne, der seine Worte lebt. Er ist - wozu ihm eigentlich alles fehlt - ein Star.
Ob Jule, Meeresbezwinger Thomas oder das Böse Baby Kitty Schmidt: Gerhard Schönes Lieder gehören zum Allerbesten, was hierzulande Kinder (aber nicht nur sie) hören und erleben können. In seinem ersten Kinderbuch hat er zu Zeichnungen seines fünfjährigen Sohnes Jona Geschichten aufgeschrieben und diese in einer 2010 erschienen Hör-CD gemeinsam mit der Schauspielerin Nora Tschirner vorgelesen. Im Familienkonzert "Gerhard Schöne singt, wenn Franticek niest" gibt es davon ein paar Kostproben, doch wird dabei kaum ein Kinderlied-Klassikern fehlen. Kleine wie große Menschenkinder werden dies wie immer ziemlich ungeniert und richtig genießen.
Mit einem Solo-Abendprogramm "Das Wunschkonzert" tritt Gerhard Schöne seit 2008 auf. So wie es im Märchen heißt "In einer Zeit, als das Wünschen noch half" scheinen nun doch diese Zeiten nicht (ganz) vorbei zu sein. Wie der Titel verheißt, darf sich sein Publikum etwas wünschen z.B. Lieder - aus einer Liste von 123 Möglichkeiten, verkleidet und segelnd als Papierflugzeug bis zur Bühne. Dort stehen noch weitere Zutaten: ein musikalisches Handy, eine kindliche Clownsnase und ein temparamentvolles Glücksrad...
Doch Wünschen und Wünsche erfüllen ist nichts einseitiges, denn auch Gerhard Schöne hat solche, an das Publikum.
Eins ist sicher: Keiner der Abende wird in gleicher Abfolge wieder zu hören sein.
Frohsinn und Tiefsinn, Hintersinn und Blödsinn werden sich bei diesem einmaligen Wunschabend wunschgemäß ein Stelldichein geben.
2008 fuhr Gerhard Schöne mit dem Soloprogramm "Die Lieder der Fotografen" zum 100. Mal durch das Land. In einem verlorengegangenen Koffer voller Schwarz-Weiß-Fotografien werden Erinnerungen wach. Gerhard Schöne erzählt mit seiner Gitarre die Geschichten, die aus den Fotos zu entspringen scheinen oder mit ihnen Zwiesprache halten.
Dazu ist 2005 das Album erschienen.
Schönes neues Liederprogramm "Ich öffne die Tür weit am Abend" mit dem thüringer Organisten Jens Goldhardt und dem Saxophonisten (u.a. Keimzeit) Ralf Benschu ist ein Abend der besonderen Art.
Eine glückliche Auswahl Lieder in neuem, würdigen Gewand, weltliche und geistliche Musik, Choräle in neuer (textlicher) Bearbeitung und einfach Schöne Lieder ungewohnt, aber brilliant und intensiv werden von ihm vorgetragen.
Im Mai 2010 erschien dazu die gleichnamige CD, bei der auch die Kurrende der St.-Johannis-Kirche Rostock mitwirkten.
Stand: 09/2009